Golfen lernen: Viel einfacher, als du glaubst
Golf hat den Ruf, kompliziert und exklusiv zu sein. Eben ein Sport für andere. Dabei ist der Einstieg leichter, als du denkst. Und der Sport selbst ist schon lange offener, als sein Ruf.
Der Ball liegt zu Beginn auf einem Tee, einem kleinen Stift, von dem es sich besser abschlagen lässt. Winzig und weiß liegt der Ball vor dir, der eher ein Bällchen ist. Dann holst du aus, triffst, und der Ball fliegt. Nicht weit, nicht schön, aber er fliegt. In genau diesem Moment ist es vielleicht um dich geschehen – wie bei so vielen anderen. Dieser Artikel begleitet dich bis zu diesem Moment.
Warum sich der Einstieg lohnt
Es gibt diesen Punkt im Leben, an dem der alte Sport nicht mehr geht. Die Knie beim Fußball, die Schulter beim Tennis. Oder sie suchen ein Umfeld, in dem sich Bewegung und Begegnung verbinden.
Am häufigsten steckt der Wunsch nach sinnvoller Zeit im Freien dahinter, nach Abstand vom Alltag. Golf liefert genau das, und es hört nie auf. Kaum ein Sport lässt sich auch bis ins hohe Alter so gut spielen. Wer diesen Moment bei sich spürt, sollte ihm nachgeben.
30 Jahre Golf in Deutschland
Zahl der beim Deutschen Golf Verband registrierten Golferinnen und Golfer:
- 1994: rund 225.000
- 2000: rund 370.000
- 2005: rund 507.000
- 2010: rund 610.000
- 2015: rund 640.000
- 2020: rund 651.000
- 2025: rund 695.000
In gut drei Jahrzehnten hat sich die Zahl damit fast verdreifacht. Nach kräftigem Wachstum in den 1990er- und 2000er-Jahren und einem weiteren Schub in den Corona-Jahren liegt sie heute auf einem Rekordniveau. Du wärst also in bester Gesellschaft.
Erst ausprobieren, ohne dich zu binden
Die größte Hürde steht nicht auf dem Platz, sondern im Kopf. Fang klein an, ohne dich zu binden. In jeder Golfschule und in jedem Club gibt es Leihschläger und Schnupperkurse. In der Gruppe machen die ersten Schläge ohnehin mehr Spaß, und alle sind gleich unbeholfen. Man lacht immer miteinander, nicht über andere.
Wer lieber allein startet, nimmt zwei, drei Trainerstunden bei einem Profi. Und in einigen Regionen gibt es auch Neun-Loch-Plätze, Kurzplätze oder Indoor-Anlagen, die du sogar ohne Platzreife betreten darfst. Kauf noch nichts, verpflichte dich zu nichts. Probier einfach, ob es dich packt. Und wenn es dich packt, mach es richtig.
Der richtige Platz und die richtige Begleitung
Golf lernst du nicht in Internetforen oder mit YouTube-Videos, sondern idealerweise mit Menschen. Zwei Dinge zählen für den Anfang: ein Platz in der Nähe und eine gute Trainerin oder ein guter Trainer, wie beispielsweise vom offiziellen deutschen Verband für Berufsgolfenden.
Der Platz sollte schnell erreichbar sein, denn lange Wege erschweren die Regelmäßigkeit. Eine Club-Mitgliedschaft brauchst du dafür noch nicht. Einen Pro, der dir Griff und Schwung zeigt, schon. Den richtigen findest du so: Schau den Profis beim Unterrichten anderer zu. Wer erklärt verständlich? Wer ist dir sympathisch? Bei wem willst du wiederkommen? Dieses Bauchgefühl zählt.
Die Ausrüstung: So wenig wie möglich
Mit einem vollen Satz hat man bis zu vierzehn Schläger im Golfbag, der berühmten großen Tragetasche. Für den Anfang ist das nicht notwendig, und auch Expertinnen und Experten winken hier ab. Du brauchst nur vier Schläger.
Ein Holz oder Hybrid für den Abschlag und lange Schläge, ein mittleres Eisen (E7) für Schläge auf dem Fairway, ein Sandwegde für den Bunker und das kurze Spiel und einen Putter fürs Grün. Das reicht über die Anfängerzeit hinaus.
Wie dich eine Smartwatch von Garmin begleitet
Eine GPS-Golfuhr am Handgelenk zeigt dir die Entfernung zum Grün und zu den Hindernissen, auf über 43.000 vorinstallierten Plätzen weltweit. Für den Anfang lernst du damit vor allem eines: wie weit du mit welchem Schläger wirklich schlägst. Genau dieses Gefühl fehlt am Start völlig. Einsteigermodelle wie die Approach S44 nehmen dir die Orientierung auf dem Platz ab. Und sie kosten weniger als eine Club-Mitgliedschaft.
Und das Wichtigste: Falls Golf doch nicht dein Sport wird: Deine Smartwatch trackt auch Läufe, Radtouren und weitere Aktivitäten.
Die Platzreife: Dein Weg auf den Platz
Irgendwann kommt der Moment, für deine Platzreife. Sie ist deine Spielerlaubnis für den großen Platz, und sie ist mehr als eine Prüfung. Sie ist ein Übergang.
Im Kurs übst du das lange und das kurze Spiel, den Schlag aus dem Sand und das Putten. Dazu lernst du die Golfregeln, Etikette, wie du dich am Platz bewegst und worauf du achten musst, damit niemand von einem fliegenden Ball getroffen wird oder die Gruppe hinter dir nicht unnötig lang warten muss. Beim Golfen hat eben alles seine Ordnung. Und wer diese verinnerlicht, hat viel Spaß. Am Ende spielst du eine begleitete Runde über neun Löcher.
Dranbleiben und Fortschritt sehen
Jetzt beginnt der eigentliche Weg. Golf lebt von der Wiederholung, vom Schwung, der sich ins Gehirn einprogrammiert. Lange Pausen lassen ihn wieder verblassen. Deshalb gilt: dranbleiben. Ein- bis zweimal die Woche ein paar Bälle auf der Driving Range. Ab und zu eine Stunde beim Profi, der kleine Fehler korrigiert, bevor sie zur Gewohnheit werden. Selbst zu Hause auf dem Teppich lässt sich das Putten üben.
Und weil man Fortschritt sehen will, um dranzubleiben, hilft es, ihn festzuhalten. Über die kostenlose Garmin Golf App und optionale Schlägersensoren zeichnest du jeden Schlag auf. Über die Wochen siehst du, wie die Bälle weiter fliegen und die Runden besser werden. Dieser sichtbare Fortschritt trägt dich durch die zähe Anfangszeit.
Und dann, irgendwann, spielst du deine erste volle Runde über neun Löcher, ganz allein, ohne Trainerin an der Seite. Und egal wie lange es dauert – dass du neun Mal jubeln kannst, ist fast gewiss.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Handicap beim Golf?
Das Handicap beschreibt deine Spielstärke. Seit 2021 gilt das World Handicap System mit dem Handicap Index. Er beginnt für Einsteiger bei 54,0 und sinkt mit besseren Runden Richtung 0, richtig gute Amateure haben sogar ein Handicap im Minusbereich Je niedriger die Zahl, desto stärker spielst du.
Was kostet der Einstieg ins Golf wirklich?
Weniger, als der Ruf vermuten lässt. Ein Platzreifekurs kostet je nach Format 150 bis 400 Euro, einen guten „Halbsatz“ für Einsteiger gibt es ab 300 Euro aber auch gebraucht lassen sich preiswert Schläger finden. Eine Runde auf dem Platz liegt beim Greenfee zwischen 40 und 90 Euro. Fürs erste Golfjahr landest du realistisch bei 600 bis 1.000 Euro – inklusive Ausrüstung, Kurs und den ersten Runden.
Brauche ich eine teure Club-Mitgliedschaft?
Für den Anfang nicht. Wer flexibel bleiben will, wählt eine Fernmitgliedschaft. Die kostet zwischen 60 und 200 Euro im Jahr, gibt dir einen Ausweis und führt dein Handicap – gespielt wird gegen Greenfee. Eine feste Clubmitgliedschaft ab 800 Euro lohnt sich erst, wenn du regelmäßig auf demselben Platz spielst.
Bin ich mit über 40 zu alt für den Einstieg?
Nein, im Gegenteil. Golf ist eine der wenigen Sportarten, die sich in fast jedem Alter neu erlernen und ein Leben lang spielen lassen. Die Belastung ist moderat, der soziale und mentale Gewinn hoch. Viele fangen genau in dieser Lebensphase an.
Wie lange dauert es bis zur Platzreife?
Das hängt vom Format ab. Kompakte Wochenend- oder Intensivkurse schaffen die Grundlagen in wenigen Tagen, entspanntere Kurse ziehen sich über einige Wochen. Wichtiger als das Tempo ist, dass du danach dranbleibst und weiter übst.
Brauche ich spezielle Golfkleidung und Golfschuhe?
Zum Ausprobieren nicht. Die Etikette verlangt nur eine sportliche, ordentliche Kleidung, keine Jeans und keine Jogginghose. Normale Sneaker reichen anfangs, feste Golfschuhe mit besserem Stand kannst du dir später gönnen.