Mehr Sonne im Alltag: 3 unterschätzte Funktionen deiner Smartwatch

Ein Sonnenuntergang auf der Abendrunde ist einer der schönsten Gründe, um vor dem Schlafen nochmal loszugehen. Nur muss das Timing stimmen. Drei Funktionen deiner Smartwatch helfen dir, das letzte Tageslicht in trockenen Klamotten zu erwischen. Eine davon ist fast ein echter Geheimtipp.

Manchmal ist das Timing eine Frage von Minuten. Eben noch stand die Sonne gefühlt hoch am Himmel. Jetzt ist sie schneller versunken, als du das Smartphone für das Erinnerungsfoto entsperren kannst.

Auch die alte Fingerregel, mit der man den Sonnenuntergang schätzen kann, birgt das Risiko zur Ungenauigkeit. Für jede Fingerbreite, die du bei ausgestrecktem Arm zwischen Horizont und Sonne unterbringst, bleiben etwa 15 Minuten Restsonne. Vier Finger, eine Handbreite, ergeben also rund eine Stunde. Der Daumen bleibt dabei eingeklappt, er ist zu dick und verfälscht das Ergebnis.

Tatsächlich ist da viel Wahres dran. Es kommt so ungefähr hin. Aber: Hände sind unterschiedlich groß. Deine Smartwatch hilft mit genauen Werten.

Was die Smartwatch rechnet, was das Handy liefert

Drei Funktionen, zwei Quellen: Das meiste rechnet die Smartwatch allein, nur fürs Wetter muss das Smartphone via Bluetooth gekoppelt sein.

  • Sonne und Mond: Auf- und Untergang, Dämmerung, Mondphase. All das berechnet die Smartwatch anhand von GPS-Daten.
  • Solarintensität: misst die Smartwatch selbst am Handgelenk. Auch ohne Handy, aber nur bei Solar-Modellen.
  • Wetter und UV-Index: liefert das Smartphone über die Garmin-Connect-App per Bluetooth. Ohne Verbindung zum Handy, liefert deine Smartwatch kein aktuelles Wetter.

Wann und wo die Sonne auf- und untergeht

Direkt auf dem Display siehst du alles, was du zum Thema Sonne wissen musst. Wann es dämmert, wann die Sonne aufgeht, wann sie untergeht. Und ebenso spannend, wo sie zu welcher Uhrzeit am Himmel steht. Deine Smartwatch legt den aktuellen Sonnenstand über eine Karte deines momentanen Standorts.

Für den Abend gilt das Gleiche. Neben Sonnenuntergang und Dämmerung ist auch die blaue Stunde eingezeichnet, jene Zeit, in der alles in weiches Blau getaucht wirkt. Dazu bekommst du die Tageslänge und die Sonnenzeit.

Wer gern abseits der Stadt läuft oder anderweitig durch die Natur streift, dort, wo kaum eine Laterne steht, ist aufs Tageslicht angewiesen. Ein Blick auf die Smartwatch genügt. So gibt es auf der Abendrunde keine finsteren Überraschungen.

Dämmerung ist nicht gleich Dämmerung

Wer in die Details klickt, stößt auf mehrere Begriffe. Kurz erklärt:

  • Blaue Stunde: der Abschnitt der Dämmerung mit weichem, bläulichem Licht. Beliebt in der Fotografie, meist kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang.
  • Dämmerung: die Übergangszeit zwischen Tag und Nacht. Die Sonne steht unter dem Horizont, aber sie streut noch Licht.
  • Nautische Dämmerung: die Phase, in der die Sonne 6 bis 12 Grad unter dem Horizont steht. Der Horizont ist noch erkennbar, früher wichtig für die Navigation auf See.

Wetter und UV-Index im Blick

Ein schöner Morgen macht noch keinen schönen Tag. Auf einen goldenen Sonnenaufgang kann eine Stunde später der Wolkenbruch folgen. Auf den wolkenlosen Sommerabend ein nächtliches Gewitter, das Menschen mit Dachfenstern in nächtliche Panik versetzt.

Wer selten Radio hört oder die Nachrichtensendung verpasst, hat die Aussichten oft nicht im Kopf. Deine Smartwatch schon.

Du siehst die aktuelle Temperatur und die gefühlte dazu, denn Wind und Luftfeuchte verschieben das Empfinden. Regenwahrscheinlichkeit, Windstärke und -richtung stehen ebenfalls bereit. Von dort kommst du zur Vorhersage für die nächsten Stunden und Tage. Ein Diagramm zeigt den Temperaturverlauf der letzten zwölf Stunden.

Dazu kommen Angaben zur Luftqualität und der UV-Index. Er läuft von 0 bis 11+ und ist ein Frühwarnsystem fürs Sonnenbrandrisiko. Je höher der Wert, desto schneller verbrennt ungeschützte Haut.

UV-Index und Sonnenschutz

  • 0 bis 2, niedrig: in der Regel kein Schutz nötig.
  • 3 bis 5, mittel: Sonnencreme mit LSF 30 und Sonnenbrille.
  • 6 bis 7, hoch: Schatten suchen, Kopfbedeckung, Sonnencreme mit LSF 50.
  • 8 bis 10, sehr hoch: direkte Sonne meiden, lange Kleidung, Sonnencreme mit LSF 50+.
  • 11+, extrem: kein ungeschützter Aufenthalt in der Sonne, maximaler Schutz erforderlich

Zwei Dinge lohnt es zu wissen. Die Strahlung ist zwischen etwa 11 und 15 Uhr am stärksten. Und Wasser, Sand und Schnee werfen UV-Licht zurück und erhöhen das Risiko zusätzlich.

Die Mondphase immer dabei

Auch nachts hat deine Smartwatch etwas zu bieten. Sie zeigt dir die aktuelle Mondphase, vom schmalen Sichelmond bis zum vollen Rund. In seiner ganzen Pracht zeigt sich der Mond nur einmal im Monat. Schon drei Tage später fehlt ein gutes Stück.

Manchmal wird aus dem Vollmond sogar ein Supermond. Das passiert, wenn der volle Mond mit seinem erdnächsten Punkt zusammenfällt. Dann erscheint er bis zu 14 Prozent größer und rund 30 Prozent heller als ein Vollmond in Erdferne. Wie viele es 2026 gibt, hängt von der Definition ab: Je nach Zählweise sind es zwei bis drei. Nach dem verbreiteten Kalender des Astronomen Fred Espenak sind es drei, verteilt auf Januar, November und Dezember.

Der Mond wirkt auch in den Alltag hinein. Manche Menschen schlafen bei Vollmond schlechter. Eine vielbeachtete, aber umstrittene Studie deutet darauf hin, dass einige länger zum Einschlafen brauchen und die Tiefschlafphasen kürzer ausfallen können. Größere Untersuchungen fanden diesen Effekt allerdings oft nicht wieder. Wer schlecht geschlafen hat und den Grund sucht, findet ihn vielleicht am Himmel.

Der Pro-Tipp: Solarintensität

Jetzt der Geheimtipp. Trägst du ein Modell mit Solarfunktion, misst die Smartwatch, wie viel helles Licht auf sie getroffen ist. Für den aktuellen Tag und im Rückblick über die vergangenen sieben Tage. Über die Funktion Solarintensität siehst du auf einen Blick, ob du oft genug rausgekommen bist. Heißt: Hat die Smartwatch viel Sonne getankt, gilt das auch für dich.

Und gerade im Spätsommer, wenn die Abende merklich kürzer werden, der September am Horizont des Kalenders wartet, weißt du: Fast jede Sonnenstunde ist eine gute Stunde.

Häufige Fragen

Welche Smartwatches zeigen Sonnenauf- und -untergang?

Die allermeisten aktuellen Modelle. Sonnenauf- und -untergang, Dämmerung und Mondphase stecken in der Regel in einer eigenen Übersicht, oft „Sonne und Mond“ genannt. Ein Blick aufs Handgelenk genügt.

Misst meine Smartwatch mein Vitamin D?

Nein. Die Funktion Solarintensität misst die Lichtmenge, die auf die Smartwatch trifft, in erster Linie zum Laden des Akkus. Sie ist ein grober Anhaltspunkt dafür, wie viel helles Tageslicht du erwischt hast, aber kein medizinischer Vitamin-D-Wert.

Welche Modelle haben die Solarintensität?

Nur die Solar-Modelle mit lichtdurchlässigem Display, etwa aus den Reihen fēnix, Instinct und Enduro. Modelle mit AMOLED-Display wie die Venu haben keine Solarladung und damit auch keine Anzeige der Solarintensität.

Ab welchem UV-Index brauche ich Sonnenschutz?

Ab einem Wert von 3 ist Schutz sinnvoll, also Sonnencreme und Sonnenbrille. Über 6 solltest du zusätzlich Schatten und Kopfbedeckung nutzen, ab 8 die direkte Sonne meiden. Die Strahlung ist mittags am stärksten.

Was ist der Unterschied zwischen Dämmerung und nautischer Dämmerung?

Dämmerung ist die allgemeine Übergangszeit zwischen Tag und Nacht mit Streulicht. Nautische Dämmerung ist die engere Phase, in der die Sonne 6 bis 12 Grad unter dem Horizont steht. Der Horizont ist dabei noch erkennbar, was früher für die Navigation wichtig war.