HIIT auf dem Rad: Kurz, anstrengend, wirksam

Wer schneller den Berg hoch will, muss nicht länger trainieren, sondern kürzer und härter. HIIT gehört zu den wirksamsten Methoden im Radsport: Kurze, intensive Intervalle verbessern die Schwellenleistung und die maximale Sauerstoffaufnahme.

Seit Jahren genießt das HIIT-Training bei Läuferinnen und Läufern einen guten Ruf. Auch Athletinnen und Athleten, die funktionales Krafttraining machen, schwören darauf. Bei Radfahrenden kam das Thema hingegen noch nicht so stark in der Breite an. Dabei wäre genau das sinnvoll.

Wie man eine Methode, die man vor allem vom Laufen und aus dem Kraftraum kennt, aufs Rad überträgt.

Was HIIT ist und warum es auf dem Rad funktioniert

High Intensity Interval Training besteht aus kurzen, sehr intensiven Belastungen, unterbrochen von Pausen, die bewusst zu kurz sind für eine vollständige Erholung. Genau dieser Wechsel zwischen Überlastung und unvollständiger Pause setzt den Trainingsreiz.

Deine Herzfrequenz zeigt dir, ob die Intensität stimmt. In den Belastungsphasen liegt sie bei 85 bis 100 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz, in den Pausen sinkt sie auf 60 bis 70 Prozent, bevor du wieder Vollgas gibst.

Der große Vorteil: Du kommst in kurzer Zeit zu einem deutlichen Effekt. Oft reichen schon 20 bis 30 Minuten.

Was HIIT auf dem Rad bewirkt

Kurze, harte Intervalle wirken auf drei Ebenen, und alle drei machen dich auf dem Rad stärker.

So baust du HIIT in dein Radtraining ein

HIIT lässt sich leicht in deinen Alltag einbauen. Ersetze einfach eine lange Ausfahrt durch eine kurze, intensive Einheit. Statt ellenlanger Kilometer forderst du deinen Körper mit knackigen Intervallen. Am besten auf einer ruhigen Strecke mit wenig Verkehr, da trainierst du entspannter und sicherer.

Wer sich richtig fordern will, sucht sich eine Strecke mit Steigungen. An den Anstiegen beschleunigst du solange, bis dein Puls über 85 Prozent deiner Maximalfrequenz klettert. Die Abfahrten nutzt du als Pausen. Mit einem Edge-Radcomputer und den Garmin Rally steuerst du HIIT auch über deine Wattzahl, und das präziser als über die Herzfrequenz allein. Denn die Leistung reagiert sofort, während der Puls ein paar Sekunden hinterherhinkt.

Noch komfortabler geht es drinnen. Auf einem smarten Rollentrainer wie dem Garmin Tacx stellst du Intensitäten ein und simulierst Anstiege. HIIT im Wohnzimmer, ohne Verkehr und ohne Ampeln.

So könnte eine Einheit aussehen:

Die häufigsten Fehler bei HIIT auf dem Rad

HIIT ist wirksam, aber kein Dauerzustand. Der häufigste Fehler ist, es zu oft zu machen. Zwei Einheiten pro Woche genügen, der Rest deiner Kilometer gehört ins lockere Grundlagentempo. Startest du zu früh mit der nächsten harten Einheit, überlastest du deinen Körper. Auf Dauer droht Übertraining mit einem Einbruch deiner Leistung.

Der zweite Fehler betrifft die Sicherheit. Mit steigendem Tempo sinkt deine Reaktionszeit, und im Grenzbereich des Maximalpulses ist auch der Kopf nicht mehr ganz wach. Fahr HIIT deshalb abseits viel befahrener Straßen, oder gleich auf der Rolle.

Häufige Fragen

Wie oft pro Woche sollte ich HIIT auf dem Rad machen?

Höchstens zweimal. Der Rest deiner Kilometer sollte im lockeren Grundlagenbereich liegen. Eine gute Faustregel ist die 80-zu-20-Verteilung: rund 80 Prozent locker, 20 Prozent intensiv. So kommt der Reiz an, ohne dich auszubrennen.

Kann ich HIIT auch auf dem Rollentrainer machen?

Ja, und dort ist es sogar sicherer. Auf einem smarten Trainer wie dem Garmin Tacx steuerst du die Intensität präzise, ohne auf Verkehr achten zu müssen. Gerade für harte Intervalle, bei denen der Kopf nur noch bei den Beinen ist, ein echter Vorteil.

Brauche ich einen Powermeter für HIIT?

Nicht zwingend. Für den Anfang reicht die Herzfrequenz. Ein Powermeter wie die Garmin Rally Pedale macht die Steuerung aber präziser, weil die Wattzahl sofort reagiert. Der Puls hinkt dagegen zehn bis dreißig Sekunden hinterher.

Ist HIIT auch etwas für den Einstieg?

Nur bedingt. Wer noch keine Grundlagenausdauer hat, profitiert mehr von regelmäßigen lockeren Ausfahrten. HIIT ist ein Werkzeug für Fortgeschrittene und Ambitionierte, die wissen, was sich hinter 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz verbirgt. Bau also erst die Basis auf, dann setz die Spitzen.