Expedition-Badges: Wie du im Alltag die Berge der Welt bezwingst
Der Everest, der Jakobsweg, der Mont Blanc. Mit Garmins Expedition-Badges stehst du digital oben, indem du im Alltag Schritte und Stockwerke sammelst. Wie das funktioniert, welche Abenteuer auf dich warten und wie du dein Abzeichen holst.
Am 8. August 1786 standen zwei Männer dort, wo nie zuvor ein Mensch gewesen war, auf dem Gipfel des Mont Blanc. Michel-Gabriel Paccard und Jacques Balmat hatten den höchsten Berg der Alpen bezwungen. Heute wagen sich Jahr für Jahr Zehntausende auf ihre Spuren, mit Steigeisen, Seil und einer gehörigen Portion Mut.
Und dann gibt es dich. Der Weg zur Arbeit, die Treppe statt der Aufzug, abends die Runde um den Block. Das klingt nach dem Gegenteil von Bergsteigen. Ganz ist es das aber nicht. Mit Garmins Expedition-Badges sammelst du genau diese Alltagsschritte und Höhenmeter, bis du digital oben stehst. Auf dem Mont Blanc, dem Everest oder dem Ziel des Jakobswegs. Ohne Steigeisen, ohne Risiko, direkt vor deiner Haustür.
Was die Expedition-Badges sind
In Garmin Connect findest du derzeit rund 29 dieser Herausforderungen, aufgeteilt in Wander- und Bergsteigerexpeditionen. Je eine aus beiden Kategorien kannst du gleichzeitig laufen lassen. Garmin ergänzt sein Angebot immer wieder– zuletzt kam die Via Transilvanica durch Rumänien dazu.
So funktioniert es: Bei den Wanderungen zählt deine Smartwatch deine täglichen Schritte. Garmin Connect rechnet diese in Kilometer um – erreichst du die Zieldistanz der Route, hast du die Badge. Bei den Bergbesteigungen misst deine Smartwatch die gestiegenen Stockwerke über den barometrischen Höhenmesser. Ein Stockwerk entspricht etwa drei Höhenmetern.
Das Schöne daran: Die Badges hängen nicht an einer bestimmten Aktivität. Deine Smartwatch zählt deine Schritte und die erklommenen Stockwerke ohnehin, jeden Tag. Ein Hinweis dazu: Die Wander-Badges gelingen mit jeder Smartwatch, die Schritte zählt. Für die Gipfel-Badges braucht deine Smartwatch aber einen barometrischen Höhenmesser, denn nur er erfasst die Stockwerke, die dich nach oben bringen. Ein Zeitlimit gibt es nicht, du kannst dir also alle Zeit der Welt lassen. Die Punkte, die es dafür gibt, richten sich nach der Schwierigkeit der Expedition.
Die Wanderexpeditionen
Bei den Wanderungen zählen die Schritte. Von einem kurzen Klassiker bis zu einem Weg, für den echte Wanderinnen und Wanderer Monate brauchen. Sortiert von kurz nach lang:
- Chinesische Mauer, China (20 km / ca. 28.000 Schritte). Statt der vollen Länge läufst du den spektakulären Abschnitt bei Jiankou nördlich von Peking. Mit dieser kurzen Distanz holst du dein erstes Abzeichen in wenigen Tagen.
- Rim Trail am Grand Canyon, USA (21 km / ca. 30.000 Schritte). Am Südrand entlang, mit Blick auf die ikonischen Schluchten und den Colorado River.
- Inka-Pfad, Peru (40 km / ca. 56.000 Schritte). Durch wuchtige Felsgebilde und vorbei an alten Ruinen bis vor die Tore von Machu Picchu.
- Chilkoot Trail, USA und Kanada (53 km / ca. 74.000 Schritte). Auf den Spuren der Goldsucher über den Pass in den Coast Mountains.
- Milford Track, Neuseeland (53 km / ca. 74.000 Schritte). Durch Regenwälder und die alpine Wildnis des Arthur Valley.
- Toubkal, Marokko (60 km / ca. 84.000 Schritte). Durch die Dörfer des Atlasgebirges bis zum höchsten Gipfel Nordafrikas.
- Machame Route, Tansania (62 km / ca. 87.000 Schritte). Der Weg auf den Kilimandscharo, durch Regenwälder und vulkanisches Gestein.
- Everest Base Camp Trek, Nepal (62 km / ca. 87.000 Schritte). Durch Sherpa-Dörfer und über Hochgebirgspässe bis ans Basislager.
- Cradle Mountain Overland Track, Australien (65 km / ca. 91.000 Schritte). Durch die weite Wildnis Tasmaniens.
- O-Trek, Argentinien und Chile (120 km / ca. 168.000 Schritte). Der runde Klassiker Patagoniens, ganz ohne den berüchtigten Gegenwind.
- West Highland Way, Schottland (154 km / ca. 216.000 Schritte). Von Glasgow hinauf in die schottischen Highlands. Drei bis vier Wochen begleitet dich dieser Weg im Hintergrund.
- Mont-Blanc-Rundwanderung, drei Länder (160 km / ca. 224.000 Schritte). Rund um das Dach der Alpen, durch Frankreich, Italien und die Schweiz.
- Annapurna Circuit, Nepal (260 km / ca. 364.000 Schritte). Eine der schönsten Trekkingrouten der Welt, mit dem Thorong-La-Pass als Höhepunkt.
- Rheinsteig, Deutschland (320 km / ca. 448.000 Schritte). Der Fernwanderweg am Rhein, mit fast 9.000 Höhenmetern auf dem Weg.
- Jakobsweg, Frankreich und Spanien (784 km / ca. 1,1 Mio. Schritte). Der bekannteste Pilgerweg der Welt, bis nach Santiago de Compostela. Rechne mit drei bis sechs Monaten.
- Via Transilvanica, Rumänien (1.400 km / ca. 1,96 Mio. Schritte). Die jüngste Ergänzung im Expeditions-Portfolio. Der Weg führt einmal quer durch Rumänien, von der ukrainischen Grenze bis ans Schwarze Meer. Die mit Abstand längste Route nach dem Appalachian Trail.
- Appalachian Trail, USA (3.500 km / ca. 4,9 Mio. Schritte). Der ganz große Brocken, von Georgia bis Maine. Ein bis zwei Jahre, Schritt für Schritt.
Die Bergsteigerexpeditionen
Bei den Gipfeln zählt die Höhe. Du sammelst Höhenmeter, indem du Treppen steigst oder bergauf gehst, bis du die Gipfelhöhe erreichst. Sortiert von niedrig nach hoch:
- Kosciuszko, Australien (2.228 m / ca. 680 Stockwerke). Der höchste Berg des australischen Festlands, im Flachland ein echter Riese. Dein perfekter Einstieg in die vertikalen Expeditionen, machbar in ein bis zwei Monaten.
- Olymp, Griechenland (2.917 m / ca. 885 Stockwerke). Der Sitz der griechischen Götter, erreichbar über rund 885 Stockwerke.
- Großglockner, Österreich (3.798 m / ca. 1.200 Stockwerke). Österreichs höchster Gipfel, artenreich und beliebt.
- Mont Blanc, Frankreich und Italien (4.808 m / ca. 1.460 Stockwerke). Das Dach der Alpen. Zum Vergleich: etwa zehnmal die Treppen des Burj Khalifa.
- Mount Vinson, Antarktis (4.892 m / ca. 1.500 Stockwerke). Über steile Schneehänge und Gletscher, bei rauem Wetter.
- Ararat, Türkei (5.137 m / ca. 1.600 Stockwerke). Der ruhende Vulkan, auf dem der Legende nach die Arche Noah liegt.
- Elbrus, Russland (5.642 m / ca. 1.700 Stockwerke) Höchster Berg Europas und einer der Seven Summits. Fünf Aufstiege auf den Brocken im Harz ergeben ungefähr diese Höhe.
- Kilimandscharo, Tansania (5.895 m / ca. 1.800 Stockwerke). Vom Regenwald bis in die Hochwüste, der höchste Berg Afrikas.
- Denali, USA (6.190 m / ca. 1.900 Stockwerke). In der Alaskakette, berüchtigt für Wind, Kälte und anspruchsvolles Terrain.
- Aconcagua, Argentinien (6.961 m / ca. 2.100 Stockwerke). Der höchste Berg der Anden, oft von Wolken umkränzt.
- K2, Pakistan (8.611 m / ca. 2.600 Stockwerke). Nicht der höchste, aber unter Bergsteigerinnen und Bergsteigern der schwierigste Achttausender. 89-mal die Stufen bis zur Aussichtsplattform des Kölner Doms und die Badge gehört dir.
- Mount Everest, Nepal (8.848 m / ca. 2.700 Stockwerke). Das höchste Ziel überhaupt, das Dach der Welt.
Tipps für deine Expeditionen
Strategie schlägt blinden Eifer. Mit den folgenden Kniffen holst du mehr aus deinen täglichen Wegen heraus.
- Das Starter-Paket parallel aktivieren: Aktiviere am ersten Tag direkt die Chinesische Mauer und den Kosciuszko. Da deine Smartwatch Schritte und Stockwerke getrennt misst, sammelst du bei jeder Bewegung gleichzeitig Fortschritt auf zwei Abzeichen. Das erste Erfolgserlebnis kommt so schon nach wenigen Tagen.
- Die Vertikale im Alltag suchen. Der Aufzug im Büro, am Bahnhof, im Parkhaus – jedes Mal, wenn du stattdessen die Treppe nimmst, zählt deine Smartwatch mit. Zehn Stockwerke pro Tag summieren sich über den Monat unbemerkt zu beachtlichen Bergen.
- Nie voreilig abbrechen. Wer eine laufende Expedition gegen eine andere tauscht, verliert den gesamten Zwischenstand unwiderruflich. Beim nächsten Versuch startest du bei null. Wähle im Zweifel von Beginn an eine kürzere Route. Die monatlichen Badge-Challenges laufen unabhängig davon – du kannst sie nebenbei absolvieren, ohne deine Expedition zu opfern.
- Den Übertrag mitnehmen. Startest du nach dem Abschluss einer Expedition am selben Tag direkt die nächste, gehen überschüssige Schritte und Stockwerke nicht verloren. Deine Smartwatch rechnet den Rest des Abschlusstages nahtlos auf das neue Ziel an.
Von digital zu echt: Karten aufs Gerät bringen
Vielleicht bekommst du beim Sammeln Lust, einen dieser Wege wirklich unter die Füße zu nehmen. Dann helfen dir Karten direkt auf deiner Smartwatch oder deinem Outdoor-Gerät.
Über Dienste wie Komoot, AllTrails oder Outdooractive überträgst du fertige oder eigene Routen ganz einfach auf dein Gerät. Für anspruchsvolles Gelände bieten sich die Topo-Karten an, mit denen du im Vorfeld planst und unterwegs sicher navigierst.
Häufige Fragen
Kommen noch neue Expeditionen?
Die 29 Expeditionen sind fester Bestandteil von Garmin Connect. Garmin erweitert das Angebot gelegentlich – die Via Transilvanica (1.400 km durch Rumänien) kam 2024 dazu. Hinzu kommen monatlich wechselnde Challenges, die nicht an die Expeditionen gebunden sind. Seit 2025 bietet Garmin Connect+ zusätzlich exklusive, zeitlich begrenzte Badge-Challenges. Neue permanente Expeditionen sind darin bisher nicht enthalten, dafür weitere Möglichkeiten, das Punktekonto zu füllen.
Wie funktionieren die Expedition-Badges?
Du wählst in Garmin Connect eine Wander- und eine Bergsteigerexpedition. Für die Wanderung sammelst du Schritte, für den Gipfel Stockwerke. Erreichst du das Ziel, bekommst du ein Abzeichen. Die Punkte richten sich nach der Schwierigkeit. Ein Zeitlimit gibt es nicht.
Zählen nur Schritte oder echte Kilometer?
Deine Smartwatch zählt deine täglichen Schritte. Garmin Connect rechnet diese in Kilometer um. Erreichst du die Zieldistanz, hast du die Badge.
Muss ich die Strecke wirklich am Stück gehen?
Nein. Deine Smartwatch zählt deine Schritte und Stockwerke im ganz normalen Alltag automatisch mit. Du sammelst also nebenbei, über Tage und Wochen verteilt.
Wie viele Expeditionen kann ich gleichzeitig machen?
Jeweils eine aus beiden Kategorien, also eine Wanderung und einen Gipfel parallel. Ist eine abgeschlossen, startest du die nächste.
Brauche ich für die Badges eine bestimmte Smartwatch?
Für die Wanderexpeditionen genügt jede Uhr, die deine Schritte zählt. Die Bergsteigerexpeditionen zählen dagegen die gestiegenen Stockwerke, und dafür braucht deine Smartwatch einen barometrischen Höhenmesser. Ohne ihn bleibt der Gipfel-Fortschritt bei null.
Wo finde ich die Expedition-Badges?
In der Garmin Connect App oder in der Browserversion, im Bereich der Herausforderungen und Auszeichnungen. Dort wählst du deine Expedition aus und verfolgst deinen Fortschritt.